Mauke

Verfasser der Artikel ist soweit nicht anders vermerkt Dr. C. A. Bingold, Pferdeklinik Großostheim

Verfasser des Artikels ist Jos Richter, Pferdeklinik Großostheim

Mauke ist eine lĂ€stige Hauterkrankung des Pferdes, die medizinisch als Fesselekzem bezeichnet wird. Obwohl Mauke sehr weit verbreitet ist, stellt sich die Therapie oft als mĂŒhselig und langwierig dar und es hat sich bislang keine allgemeingĂŒltige Behandlungsmethode durchsetzen können. Es gibt wohl kaum eine Erkrankung beim Pferd, die so viele TherapieansĂ€tze und Meinungen hervor gebracht hat, wie die klassische Mauke. Das mag zum einen an dem extrem variierenden klinischen Erscheinungsbild mit verschiedenen wechselnden Erregern liegen zum anderen an den vielen ĂŒberlieferten Hausrezepten. BerĂŒcksichtigt man aber ein paar Regeln, ist Mauke durchaus gut behandelbar.

 

Ursachen der Mauke

  • UngĂŒnstige zu feuchte Haltunsbedingungen
  • Mangelnde Hygiene
  • Genetisch bedingte ungĂŒnstige Bedingungen in der Fesselbeuge

In vielen FĂ€llen spielen mehrere Ursachen gleichzeitig eine Rolle.

Unter ungĂŒnstigen Haltungsbedingungen ist eine andauernde zu hohe Feuchtigkeit des Bodens zu verstehen. Dies kann die feuchte Einstreu sein aber vor allem auch der Matschpaddock. Wird es dann witterungsbedingt auch noch feuchtkalt, verringert sich die HautelastizitĂ€t und Risse in der Haut werden begĂŒnstigt.

Bei mangelhafter Hygiene ist die Anzahl der Erreger im Boden oder der Einstreu wesentlich erhöht. Je mehr Erreger darauf lauern anzugreifen, desto grĂ¶ĂŸer ist die Chance, dass es auch wirklich zur Infektion bzw. Mauke kommt.

Pferde, die Rassebedingt einen langen dichten Behang in der Fesselbeuge haben, neigen auf Grund des gestörten Feuchtigkeitshaushaltes und einer gestörten Hautbildung ausnahmslos zu Maukebildung

Im Ursprungsgebiet der Pferde, in trockenen keimarmen Steppengebieten, wo natĂŒrliche Pferderassen einen normalen Haarwuchs in der Fesselbeuge haben, wird man keine Mauke finden.

 

Erscheinungsform der Mauke

Die klassische Mauke tritt in erster Linie in der Fesselbeuge auf. Besonders betroffen sind FĂŒĂŸe deren Haut unpigmentiert ist ( weiße Abzeichen ). Pferde mit starkem Fesselbehang sind hĂ€ufiger betroffen, insbesondere Friesen, Tinker und KaltblĂŒter. Diese Rassen besitzen hĂ€ufig eine unnatĂŒrlich verdickte Haut ( Rasse bzw. genetisch bedingt ) im Bereich der Fessel. Aufgrund der zu starken Hornschichtbildung und dem gestörten Feuchtigkeitshaushalt durch den langen und dichten Behang entstehen Risse und SchĂ€den in der Haut, die ein Einnisten von Erregern begĂŒnstigen. Prinzipiell kann es aber jede Pferderasse betreffen.

Von der Ursache, aber insbesondere auch von der Dauer der Erkrankung ist die Erscheinungsform abhÀngig.

Es beginnt mit kleine Verletzungen oder einer Reizung der Haut. Da die oberste Schicht der Haut (Epidermis) geschĂ€digt wird haben Krankheitserreger die Möglichkeit sich anzuheften, in die Schadstellen einzudringen und zu vermehren. In frĂŒhen Stadien der Erkrankung sind nur die obersten Schichten der Haut betroffen. Die Haut ist gerötet, schmerzhaft, und mit zum Teil verkrustetem eitrigem Sekret bedeckt.

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Mit zunehmendem Krankheitsverlauf werden die tieferen Schichten der Haut befallen. Die Krusten werden grĂ¶ĂŸer und flĂ€chiger. Sie enthalten neben den EntzĂŒndungssekreten abgestorbenen Epithelzellen, Haare, Schmutz und Bakterien. Die WundflĂ€chen reißen bei Belastung immer wieder blutig auf. Es entstehen Falten und tiefe Risse in der Haut. Eine spontane Heilungstendenz dieser Risse und Falten ist nur selten zu erkennen – die Mauke wird chronisch. Die Haut ist nun nicht mehr in der Lage die Erreger selbst ausreichend zu bekĂ€mpfen. Oft wird die Haut dann flĂ€chig wund, erscheint rosarot mit feuchten entzĂŒndlichen Ausschwitzungen und nur noch vereinzelten Haarstummeln.

 

V I3Besteht die Mauke ĂŒber einen sehr langen Zeitraum, werden die obersten Hautschichten vollstĂ€ndig zerstört. Durch den chronischen EntzĂŒndungsreiz wird stark wucherndes Granulationsgewebe („wildes Fleich“) gebildet. Diese Erscheinungsform bezeichnet man als papilomatöse Mauke. Die Haut ist verdickt, die OberflĂ€che ist uneben, warzenartig und mit zum Teil sehr tiefen Furchen durchzogen ( Warzen- oder Schwielenmauke ).

 

 

 

 

 

 

 

DSC09818Gelegentlich begrenzt sich die EntzĂŒndung nicht nur auf die Fesselbeuge, sondern breitet sich oberhalb des Fesselkopfes auf die Röhre aus. Bei zusĂ€tzlicher Infektion der Unterhaut kann ein Einschuss mit erheblichen Schwellungen und Lahmheiten auftreten.

 

 

 

 

Aufbau der Haut

Histo Haut Die OberflĂ€che des Körpers ist vollstĂ€ndig mit der Haut bedeckt. Sie stellt eine Barriere zur Umwelt dar und spielt bei der Immunabwehr eine entscheidende Rolle. Ihr Aufbau entspricht ĂŒberall dem gleichen Bauplan. Lediglich in ihrer Dicke und ihrer speziellen Ausstattung, wie Pigmentzellen, unterschiedlichen Haaren und Sinnesorganen unterscheiden sich die einzelnen Partien.

Wenn man sich den Aufbau der Haut von innen nach außen betrachtet, so muss man mit der Unterhaut (Subcutis) beginnen. Sie stellt die bindegewebige Verschiebeschicht der Haut (Cutis) dar.

Die Eigentliche Haut (Cutis) setzt sich aus zwei Schichten zusammen, dem Bindegewebe (Corium) und der Oberhaut (Epidermis).

Das Bindegewebe wiederum unterteilt sich in die Lederhaut (Stratum reticulare) und den Papillarkörper (Stratum papillare).

 

Die Lederhaut besteht aus einem Netz von eng verflochtenen kollagenen Fasern und beinhaltet kaum Zellen. Sie ist StĂŒtzgerĂŒst und Teil der Ă€ußeren Schutzschicht der Haut.

Ihr schließt sich der Papillarkörper an. Er stĂŒlpt sich zapfenförmig in die Oberhaut. Er dient als Barriere gegen Krankheitserreger. Diese Schicht ist gut durchblutet, enthĂ€lt teilungsfĂ€hige Zellen und hĂ€lt viele Mechanismen der Immunabwehr bereit.

EntzĂŒndungsreaktion der Haut finden vornehmlich in dieser Schicht statt. Durch die starke Durchblutung können fehlende oder verbrauchte Zellen schnell an Ort und stelle transportiert werden.

Haut beschriftung Dem Bindegewebe folgt die eigentliche OberflĂ€che der Haut, Epidermis genannt. Sie beginnt mit der Basalmembran bis zur abschließenden Hornschicht, dem Stratum Corneum. Die Zellen der Basalschicht verlieren von unten nach oben zunehmend ihre Struktur, sie verhornen. So werden permanent neue Zellen in der Tiefe gebildet die bis an die OberflĂ€che den Umbildungsprozess der Verhornung durchlaufen um dort dann als abgenutzte Hautschuppe abgestoßen zu werden. Die Epidermis ist die Ă€ußere Barriere und Schutzschicht der Haut.

 

Pathologie der Mauke

ZunĂ€chst muss man die Mauke als eine bakterielle Infektion der Haut (bakterielle Dermatitis) verstehen. Über eine Eintrittspforte, meist kleine SchĂ€den in der Haut, gelangen Keime in den Organismus. Wenn die Bedingungen (Feuchtigkeit, WĂ€rme, gute Haftungsbedingungen ) fĂŒr den Erreger optimal sind, kann er sich vermehren, und sein zerstörerisches Werk beginnt. Hautschicht um Hautschicht wird angegriffen, und langsam durch Eiweiß auflösende (proteolytische) Enzyme geschĂ€digt. Diese Enzyme sind in der Lage Zellen anzugreifen und Proteine innerhalb und außerhalb der Zellen aufzulösen. Durch den Auflösungsprozess wird die Haut weich und noch leichter angreifbar. Der Erreger kann sich immer weiter ausbreiten, und bereitet den NĂ€hrboden fĂŒr weitere bakterielle Keime oder Hautparasiten wie zum Beispiel Milben. Meist lassen sich bei einer Tupferprobe gleich mehrerer Bakterienarten differenzieren. Im weiteren Verlauf können sich auch noch Hautpilze auf der vorgeschĂ€digten Haut verankern und vermehren. Man spricht jetzt von einer Mischinfektion.

Das Immunsystem des Körpers reagiert mit einer EntzĂŒndungsreaktion. Die betroffenen Hautpartien werden stĂ€rker durchblutet, Zellen der Immunabwehr werden in die Region entsandt, das gesamte Gewebe schwillt an. Je nach StĂ€rke der Reaktion tritt wĂ€ssriges (seröses) EntzĂŒndungssekret aus, was mit Bakterien, Blut, Schmutzpartikeln und Haaren eine Kruste bildet. Unter dieser Kruste fĂŒhlt sich der Bakteriencoktail, die Pilze und die Hautparasiten besonders wohl und kann sich ungestört vermehren.

Sobald die Wachstumsschicht der Haut (Papillarkörper) betroffen ist, kommt es zu ungerichteten Wachstum des Wundgewebes. Der Organismus versucht den entstandenen Defekt durch neues Gewebe zu reparieren. Allerdings wird durch die fortschreitende EntzĂŒndung der Prozess erheblich gestört. Es beginnt eine ĂŒberschießende, ungerichtete Gewebsproduktion, wildes Fleisch entsteht und man spricht jetzt von Warzen- oder Schwielenmauke.

 

Therapie der Mauke

Mauke ist eine Erkrankung die neben der individuellen AnfÀlligkeit besonders mangelnde Sauberkeit und Hygiene sowie feuchte Bodenbedingungen als Ursache hat.

So muss man bei der Therapie nicht nur die akute EntzĂŒndung behandeln, sondern auch etwas an der Umgebung bzw. den Haltungsbedingungen des Pferdes Ă€ndern. Ist man dazu nicht bereit, ist jede Therapie vergeblich.

Der Fesselbehang sollte nach Möglichkeit nicht geschoren werden. Ein langer Behang kann zwar gekĂŒrzt werden, werden die Haare aber zu kurz abgeschnitten, kommt es nur zu weiteren Reizungen, weil die Haarwurzeln irritiert werden.

Man sollte die Fesselbeuge zu Beginn der Behandlung einmalig mit milden Seifenprodukten ( Jod-, Schmier- oder Kernseife ) grĂŒndlich auswaschen. Dabei sind die Krusten aufzuweichen und grĂŒndlich zu entfernen. Alles Krustenmaterial muss vollstĂ€ndig entfernt werden. Auch die Furchen und Falten mĂŒssen krustenfrei sein.

Zu hĂ€ufiges waschen ist kontraproduktiv, da durch die Seifen der pH-Wert der Haut und der Fettgehalt empfindlich gestört wird. Bei sehr starken Verkrustungen empfiehlt es sich zunĂ€chst mit nassen VerbĂ€nden (z.b. Rivanol) ĂŒber Nacht die Krusten aufzuweichen und zu desinfizieren. Nach dieser ersten SĂ€uberung sollte kein Wasser mehr ans Bein, da die Haut sonst aufquillt, was schĂ€dlich ist. Weitere Reinigungen nur noch trocken durchfĂŒhren.

Man kann sich das vorstellen wie bei einem Schwammtuch, das man frisch gekauft hat. Solange es in seiner original Plastikpackung eingeschlossen ist, ist es weder zu trocken noch zu feucht – die Verpackung verhindert austrocknen oder aufquellen und es ist wunderbar elastisch – die Feuchtigkeitsbarriere funktioniert. Genauso verhĂ€lt es sich mit der Haut. Solange die Feuchtigkeitsbarriere der Haut gesund und funktionsfĂ€hig ist, trocknet sie weder aus noch quillt sie bei Feuchtigkeit zu sehr auf und sie bleibt elastisch. Ist diese Barriere nicht mehr funktionsfĂ€hig, wie dies bei der Mauke der Fall ist, muss man die Haut entsprechend schĂŒtzen.

Nach dem Waschen sollten antibiotische und cortisonhaltige PrĂ€parate aufgetragen werden. Diese sorgen fĂŒr eine RĂŒckfettung der Haut, sollen eine ĂŒberschießende EntzĂŒndungsreaktion eindĂ€mmen und die Keime abtöten. Cortisonhaltige PrĂ€parate sollten nicht ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum eingesetzt werden, da sie die hauteigene RegenerationsfĂ€higkeit auf Dauer empfindlich stören. Beim Einsatz der richtigen PrĂ€parate genĂŒgen 3 Tage um die Haut zu beruhigen und die Erreger abzutöten. Am ersten Tag der Behandlung ist oft auch ein zusĂ€tzliches PrĂ€parat, das gegen Parasiten wirkt, sinnvoll.

Besonders geeignet sind Lotionen, da sie eine erneute Verklebung mit Staub und Bakterien verhindern. Sehr fettige Salben (Melkfett) dringen nicht in die Haut ein, sie bleiben an der OberflĂ€che haften und bilden einen nahezu luftdichten Verschluss. Weiterer Schmutz und Keime bleiben leicht an der fettigen Schicht haften und die Mauke kann weiter blĂŒhen.

Optimal wĂ€re es, wenn die ersten 3 Tage VerbĂ€nde angelegt werden können, da in dieser Zeit der Feuchtigkeitshaushalt von der Haut noch nicht geregelt werden kann und man somit die Haut schĂŒtzt. Die Haut kann sich unter dem Verband weder mit Feuchtigkeit voll saugen noch austrocknen, was beides schĂ€dlich ist.

Nach der Anfangsbehandlung muss die Haut bis zur Abheilung mit geeigneten Zinkpasten geschĂŒtzt werden, um somit eine externe Feuchtigkeitsbarriere zu schaffen und die Haut geschmeidig zu halten ohne sie aufzuweichen.

Bei der glĂŒcklicher weise seltenen Warzenmauke bleibt hĂ€ufig nur die chirurgische Alternative. Die Warzen werden chirurgisch abgetragen. Eventuell mĂŒssen kleine Hautinseln als Keimzentren transplantiert werden. Postoperativ wird mit speziellen Salben und VerbĂ€nden ein erneutes Überschießen des Granulationsgewebes verhindert. Eine derartige Behandlung ist extrem aufwendig und kann sich ĂŒber Wochen und Monate hinziehen. Die Prognose fĂŒr eine derartige Therapie ist sehr vorsichtig zu stellen. Eine Heilung im Sinne der vollstĂ€ndigen Wiederherstellung einer gesunden Haut ist bei diesen ExtremfĂ€llen in der Regel nicht zu erreichen.

 

Vorbeugende Maßnahmen

  • Regelung der Bodenfeuchtigkeit von Auslauf und Einstreu
  • Hygiene
  • Schutz der Haut

In den letzten Jahren hat sich sehr viel in der Pferdehaltung verĂ€ndert. Die StĂ€lle sind grĂ¶ĂŸer geworden, immer mehr Pferde werden in OffenstĂ€llen gehalten, viele Boxen sind mit angrenzendem Paddock ausgestattet. In den meisten Gebieten steht aber dennoch nicht so viel Raum pro Pferd zur VerfĂŒgung, dass nicht typische Überlastungserscheinungen der genutzten FlĂ€chen auftreten wĂŒrden. Der „klassische Matschpaddock“ ist die ideale Grundlage fĂŒr Mauke.

So spielt die Hygiene und Feutigkeitsregulation der stark beanspruchten FlĂ€chen eine entscheidende Rolle in der Prophylaxe der Mauke. Wichtig ist, die FlĂ€chen entsprechend ihrer Belastung zu prĂ€parieren. An besonders neuralgischen Punkten, wie FutterstĂ€nden oder Wasserstellen muss ĂŒber eine Befestigung des Untergrunds nachgedacht werden. Auch bei WinterauslĂ€ufen oder Paddocks, die ĂŒber keine entsprechenden Drainagen verfĂŒgen, sollte eine dauerhafte Trockenlegung der Tretschicht in ErwĂ€gung gezogen werden. Holzschnitzel und Schottersandgemische als Paddockbelag haben sich auf Dauer nicht bewĂ€hrt, da sie erhebliche Nachteile mit sich bringen. Besonders bei HolzhĂ€cksel ist die Keimbelastung durch den natĂŒrlichen FĂ€ulnisprozess sowie Harn und Kot ĂŒber die Jahre stetig zunehmend. Eine ĂŒbermĂ€ĂŸige Population an Pilzen und Bakterien im Paddockbelag machen eine sinnvolle Hygiene unmöglich.

BewĂ€hrt haben sich hier vor allem Platten aus Recyclingkunststoff. Sie sind gut zu reinigen und bieten eine dauerhafte und stabile Trennung zwischen Untergrund und Tretschicht. Die höheren Anschaffungskosten machen sich durch leichte Verlegung und einfacher Pflege im tĂ€glichen Gebrauch schnell bezahlt. Im Außenbereich können sie durch Ihre offene FlĂ€che bedingt leicht begrĂŒnt werden, selbst mit schwerem GerĂ€t sind sie problemlos befahrbar.

Die auf dem Markt angebotenen Systeme sind sehr unterschiedlich in der QualitÀt (bes. beim verw. Kunststoff ), in der FunktionalitÀt und der Verlegung. In der Praxis hat sich zum Beispiel das Bodensystem der Firma DWS ( www.dry-way-system.de ) aufgrund der hohen StabilitÀt und der in der Regel nicht erforderlichen Vorbereitung des Untergrundes ( Unterbau ) besonders gut bewÀhrt.

Die Paddockplatten werden direkt auf dem Untergrund verlegt und als Tretschicht mit Sand verfĂŒllt. Man erhĂ€lt mit diesem System eine dauerhafte und zufrieden stellende Trockenlegung der stark beanspruchten FlĂ€chen im Außenbereich.

Bei der Stallhaltung ist die immer noch anzutreffende Matratzen Einstreu ein nicht mehr zeitgemĂ€ĂŸes Unding. Der feuchte mit Harn und Kot durchsetzte Mist ist ein wunderbarer NĂ€hrboden fĂŒr Bakterien. Die aggressive FlĂŒssigkeit greift zudem die Haut an, schĂ€digt sie und öffnet so die Pforten fĂŒr Bakterien und somit fĂŒr die Mauke.

Je nach SchĂ€digung der Haut wird das Pferd auch nach Abheilung weiterhin anfĂ€llig fĂŒr erneute Mauke bleiben. Werden die Beine nach dem Reiten abgespritzt, sollten die Fesselbeugen abgetrocknet werden.

Bei manchen Pferden ist es sinnvoll die Haut dauerhaft mit geeigneten Zinkpasten zu schĂŒtzen.

 

Vorbeugende Maßnahmen

  • Regelung der Bodenfeuchtigkeit von Auslauf und Einstreu
  • Hygiene
  • Schutz der Haut

IMG_0003In den letzten Jahren hat sich sehr viel in der Pferdehaltung verĂ€ndert. Die StĂ€lle sind grĂ¶ĂŸer geworden, immer mehr Pferde werden in OffenstĂ€llen gehalten, viele Boxen sind mit angrenzendem Paddock ausgestattet. In den meisten Gebieten steht aber dennoch nicht so viel Raum pro Pferd zur VerfĂŒgung, dass nicht typische Überlastungserscheinungen der genutzten FlĂ€chen auftreten wĂŒrden. Der „klassische Matschpaddock“ ist die ideale Grundlage fĂŒr Mauke.

 

So spielt die Hygiene und Feutigkeitsregulation der stark beanspruchten FlĂ€chen eine entscheidende Rolle in der Prophylaxe der Mauke. Wichtig ist, die FlĂ€chen entsprechend ihrer Belastung zu prĂ€parieren. An besonders neuralgischen Punkten, wie FutterstĂ€nden oder Wasserstellen muss ĂŒber eine Befestigung des Untergrunds nachgedacht werden. Auch bei WinterauslĂ€ufen oder Paddocks, die ĂŒber keine entsprechenden Drainagen verfĂŒgen, sollte eine dauerhafte Trockenlegung der Tretschicht in ErwĂ€gung gezogen werden. Holzschnitzel und Schottersandgemische als Paddockbelag haben sich auf Dauer nicht bewĂ€hrt, da sie erhebliche Nachteile mit sich bringen. Besonders bei HolzhĂ€cksel ist die Keimbelastung durch den natĂŒrlichen FĂ€ulnisprozess sowie Harn und Kot ĂŒber die Jahre stetig zunehmend. Eine ĂŒbermĂ€ĂŸige Population an Pilzen und Bakterien im Paddockbelag machen eine sinnvolle Hygiene unmöglich.

BewĂ€hrt haben sich hier vor allem Platten aus Recyclingkunststoff. Sie sind gut zu reinigen und bieten eine dauerhafte und stabile Trennung zwischen Untergrund und Tretschicht. Die höheren Anschaffungskosten machen sich durch leichte Verlegung und einfacher Pflege im tĂ€glichen Gebrauch schnell bezahlt. Im Außenbereich können sie durch Ihre offene FlĂ€che bedingt leicht begrĂŒnt werden, selbst mit schwerem GerĂ€t sind sie problemlos befahrbar.

Die auf dem Markt angebotenen Systeme sind sehr unterschiedlich in der QualitÀt (bes. beim verw. Kunststoff ), in der FunktionalitÀt und der Verlegung. In der Praxis hat sich zum Beispiel das Bodensystem der Firma DWS ( www.dry-way-system.de ) aufgrund der hohen StabilitÀt und der in der Regel nicht erforderlichen Vorbereitung des Untergrundes ( Unterbau ) besonders gut bewÀhrt.

Die Paddockplatten werden direkt auf dem Untergrund verlegt und als Tretschicht mit Sand verfĂŒllt. Man erhĂ€lt mit diesem System eine dauerhafte und zufrieden stellende Trockenlegung der stark beanspruchten FlĂ€chen im Außenbereich.

Bei der Stallhaltung ist die immer noch anzutreffende Matratzen Einstreu ein nicht mehr zeitgemĂ€ĂŸes Unding. Der feuchte mit Harn und Kot durchsetzte Mist ist ein wunderbarer NĂ€hrboden fĂŒr Bakterien. Die aggressive FlĂŒssigkeit greift zudem die Haut an, schĂ€digt sie und öffnet so die Pforten fĂŒr Bakterien und somit fĂŒr die Mauke.

DSC19.12.2004 16-18-59_0008Je nach SchĂ€digung der Haut wird das Pferd auch nach Abheilung weiterhin anfĂ€llig fĂŒr erneute Mauke bleiben. Werden die Beine nach dem Reiten abgespritzt, sollten die Fesselbeugen abgetrocknet werden.

 

 

Bei manchen Pferden ist es sinnvoll die Haut dauerhaft mit geeigneten Zinkpasten zu schĂŒtzen.

 

 

 


Der Autor ĂŒbernimmt ausdrĂŒcklich keine Haftung fĂŒr aus diesen Seiten abgeleitete Maßnahmen, fĂŒr angegebene Dosierungen, Nebenwirkungen oder SchĂ€den in Folge der Anwendung von PrĂ€paraten oder Maßnahmen. Die Dosierung ist im Einzelfall zu prĂŒfen. Die PrĂ€parate dĂŒrfen nur von TierĂ€rzten angewandt werden. Die Zulassung der PrĂ€parate fĂŒr das Pferd ist im Einzelfall zu prĂŒfen. Nicht fĂŒr das Pferd und fĂŒr die jeweilige Indikation zugelassene Medikamente anzuwenden ist strafbar.


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